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Guter Wein hat seinen Preis – wie viel kostet ein gutes Wein-Geschenk?

Wie viel ein guter Wein kostet

In ihrem pompösen Herrenhaus am Stadtrand sitzen sie gerade wieder zusammen. Die Selfmade-Millionäre und die unverschuldet in Reichtum geratene Hotelerbin dinieren in illustrer Runde an der allabendlich festlichen Tafel. Der Garcon eilt von Platz zu Platz und serviert auf einem Silbertablett die edelsten Tropfen des Hauses. Das muss guter Wein sein, den man sich nicht eben mal an der Tankstelle zwischen Discobesuch und Afterhour holt.

Ist ein teures Wein-Geschenk automatisch ein gutes Wein-Präsent?

Solange wir den Mythos vom Wein in dieser Form pflegen, kommen wir der Frage, wie viel ein guter Wein tatsächlich kostet, nicht näher. Wer Wein verschenken möchte, steht umso mehr vor der Frage: Wie viel Geld muss ich für ein wirklich gutes Wein-Geschenk ausgeben? Schließlich soll ein persönliches Wein-Präsent was hermachen. Dabei hält sich hartnäckig die These, dass teurer Wein immer etwas Besonderes sein muss und umgekehrt ein Wein-Geschenk nur dann besonders ist, wenn es viel kostet. Wer also besonders viel für ein Geschenk ausgibt, schenkt auch besonders viel Freude?

Es stimmt schon, dass die meisten Weingenießer sich hochpreisige Weine mit Seltenheitswert nur zu ganz speziellen Anlässen gönnen. Ein romantisches Candle-Light-Dinner am See ist die Klischee-Situation, zu der der Griff zum Porsche im Weinregal folgt. Nach den ersten zwei, drei Schlucken ist man dann plötzlich enttäuscht, dass Theorie und Praxis manchmal meilenweit auseinander liegen – schade um das rausgeschmissene Geld.

Preis eines Weines ist nicht nur eine Frage der Nachfrage

Was also bestimmt den Preis eines guten Weins, und lässt sich überhaupt aus dem Preis ableiten, wie gut ein Wein ist? Sehen wir uns einmal an, was für den Preis eines Weines eigentlich ausschlaggebend ist. Da wäre der Faktor Handwerkskunst: Dafür, dass Winzer in steilen Hanglagen am Weinberg die natürliche Auslese bei fast jeder Witterung ernten, zahlen wir und zwar gerne. Die Winzer-Story macht die Hälfte eines guten Weines aus.

Dann wär da die Arbeit im Keller zu nennen und schließlich die Abfüllung in eine Flasche mit nettem Etikett. Wer dann noch ein Wein-Geschenk eines Winzers kauft, dem sein guter Ruf vorauseilt, wird tiefer in die Tasche greifen müssen. Und auch der Jahrgang spielt eine große Rolle: Je älter desto besser lautet das Credo. Ob das stimmt, ist letztlich auch wieder…Geschmacksache!

Ist am Ende nicht einfach alles eine Frage des eigenen Geschmacks?

Wie kommt jetzt also der geneigte Weinliebhaber an guten Wein? Zum Glück hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es keine Geschmacksgarantie für mehr oder weniger ausgezeichnete und Weine unterschiedlicher Preisklassen gibt. Welcher Wein für einen persönlich in Frage kommt, hängt in erster Linie vom individuellen Geschmack und vom Verwendungszweck ab. Mit anderen Worten, ein Wein aus dem Supermarkt für 3 Euro kann sich für bestimmte Anlässe besser eignen als die 30 Euro-Flasche aus dem Fachhandel und umgekehrt.

Als Faustregel könnte man sagen, dass Ihr persönliches Vorhaben und Ihre Geschmacksnerven die verlässlichsten Indikatoren sind, um den passenden Wein auszuwählen. Das hilft Ihnen jetzt vermutlich nicht wirklich weiter und beantwortet erst recht nicht die Frage, wie viel ein guter Wein kostet. Aber es zeigt eben, wofür Wein steht: ein individuelles Genusserlebnis und dafür gibt’s eben keine Regeln und Standardantworten.

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